Begräbnis-Feng Shui erklärt: Ahnen-Grabstätten und Familienglück

Das Prinzip

Begräbnis-Feng Shui (阴宅风水, yīnzhái fēngshuǐ — wörtlich „Yin-Wohnung Feng Shui“) basiert auf einem Prinzip, das für moderne Ohren seltsam klingt: Der Standort und die Ausrichtung des Grabes eines Ahnen beeinflussen das Glück seiner lebenden Nachkommen. In diesem Zusammenhang siehe auch: Berühmte Gräber und ihr Feng Shui.

Die Logik im Feng-Shui-Rahmen lautet wie folgt: Die Knochen der Ahnen empfangen und übertragen auch nach dem Tod Qi (spirituelle Energie). Befindet sich das Grab an einem Ort mit gutem Qi, übertragen die Knochen der Ahnen durch die Blutlinie positive Energie an ihre Nachkommen. Steht das Grab an einem Ort mit schlechtem Qi, leiden die Nachkommen darunter.

Der ideale Standort

Der ideale Begräbnisplatz nach der Formenschule des Feng Shui hat bestimmte Merkmale:

Berg im Rücken (靠山, kàoshān) — Ein Berg oder Hügel hinter dem Grab bietet Schutz und Halt. Der Berg sollte abgerundet und sanft sein, nicht scharf oder zerklüftet.

Wasser im Vordergrund (朝水, cháoshuǐ) — Ein Fluss, Bach oder See vor dem Grab sammelt und zirkuliert Qi. Das Wasser sollte ruhig fließen — stürmisches Wasser trägt Qi zu schnell ab.

Umarmung von beiden Seiten (左青龙右白虎, zuǒ qīnglóng yòu báihǔ) — Hügel oder Bergrücken auf beiden Seiten des Grabes bilden eine „Sessel“-Form, die das Qi hält. Die linke Seite (Azurdrache) sollte etwas höher sein als die rechte Seite (Weißer Tiger).

Offener Raum davor (明堂, míngtáng) — Eine freie Fläche vor dem Grab lässt Qi sammeln, bevor es das Gelände betritt.

Diese Konfiguration — Berg im Rücken, Wasser vorne, Hügel zu beiden Seiten, offener Raum davor — wird als „Drachenhöhle“ (龙穴, lóngxué) bezeichnet. Das Finden einer echten Drachenhöhle ist die Hauptkompetenz eines Begräbnis-Feng-Shui-Meisters.

Die Folgen

Die chinesische Geschichte ist voller Geschichten, wie Begräbnis-Feng Shui Dynastien beeinflusst hat:

Die Gründung der Ming-Dynastie wird teilweise auf das Feng Shui des Grabes von Zhu Yuanzhangs Eltern zurückgeführt — angeblich lag es in einer Drachenhöhle, die kaiserliches Glück erzeugte.

Andererseits wird der Niedergang mancher Dynastien gelegentlich auf Störungen imperialer Gräber zurückgeführt — die das Feng Shui zerstörten, das das Wohlstand der herrschenden Familie aufrechterhielt.

Die moderne Praxis

Begräbnis-Feng Shui wird in chinesischen Gemeinschaften weltweit weiterhin breit praktiziert. In Hongkong, Taiwan und Südostasien werden Feng-Shui-Meister routinemäßig bei der Grabplatzwahl konsultiert. Die Praxis ist kostspielig — ein guter Feng-Shui-Meister verlangt bedeutende Honorare und für Premium-Begräbnisplätze werden Spitzenpreise erzielt.

In Festlandchina wurde die Praxis während der Kulturrevolution unterdrückt, hat sich aber seit den 1980er Jahren wieder belebt. Die Regierung fördert die Einäscherung statt der Beerdigung (um Land zu sparen), doch viele Familien suchen weiterhin nach durch Feng Shui genehmigten Grabstätten für ihre Ahnen.

Die Kontroverse

Begräbnis-Feng Shui ist der umstrittenste Zweig des Feng Shui, weil seine Behauptungen die außergewöhnlichsten sind — nämlich, dass der Standort eines Grabes das Schicksal von Menschen bestimmen kann, die möglicherweise noch nicht einmal geboren waren, als das Begräbnis stattfand.

Über den Autor

Feng-Shui-Forscher \u2014 Forscher für Feng Shui und I Ging.

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